Eine Website ist für Menschen gemacht. Echte Besucher, die nach etwas suchen und diese Information bei euch auf der Seite zu finden hoffen. Lange Zeit wurde dieser Aspekt jedoch missverstanden. Webmaster optimierten ihre Projekte stets mehr für die Suchmaschinen als für echte Menschen und das zerstörte jegliche Nutzererfahrung. Doch diese Zeiten sind nun vorbei.

Google hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt und fährt eine klare Strategie: Eine gute User Experience als das Maß aller Dinge. Unter anderem dank des Chrome Browsers, erhält die Suchmaschine inzwischen immer mehr realistische Felddaten zum User Interface, mit denen Google gezielt arbeiten kann. Die gesammelten Daten werden schließlich interpretiert, um schon präventiv darauf schließen zu können, wie die User Experience einer Website für den Nutzer später sein wird. Und umso besser diese Einschätzung ausfällt, umso höher wird die entsprechende Website in der Suchergebnisliste ranken.

Doch welchen Einfluss hat die Suchmaschinenoptimierung auf die User Experience und wie verändert sich umgekehrt die User Experience positiv, wenn man seine Website SEO-optimiert? Wir nehmen das für euch unter die Lupe! Aber eins können wir schon mal verraten: SEO und UX sind ein echtes Power-Couple…

UI (User Interface), z. Dt.: Benutzerschnittstelle, ist der Teil der Website, die der Nutzer direkt wahrnimmt, mit der er in Kontakt kommt und interagiert.

UX (User Experience), z. Dt.: Nutzererfahrung bzw. -erlebnis, bewertet die Eindrücke und Erfahrungen des Nutzers mit dem User Interface.

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Was sind die Google Core Web Vitals?

Wir würden nicht ernsthaft über die User Experience reden, wenn wir eins außen vor lassen würden: die Core Web Vitals. Deshalb eine kleine, aber wichtige Einführung dazu: Sicherlich hat Google schon sehr früh Bemühungen gezeigt, an Daten zu gelangen, die das Nutzerverhalten interpretieren können, doch so richtig geglückt ist es ihnen nicht. Anfangs ging es zum Beispiel eher um Werte wie das Hin- und Herspringen zwischen Suchergebnissen oder die allgemeine Verweildauer auf einer Website.

Die Core Web Vitals entstammen einem Google Update von 2021 und haben diesen Umstand erstmals verändert: Mit ihnen führte der Suchmaschinen-Gigant eine Möglichkeit ein, das Ladeverhalten von Websites genauer unter die Lupe zu nehmen. Diese Ladezeiten und -leistungen sollen einen weiteren Interpretationsansatz bieten, um zu bewerten, wie gut die Nutzererfahrung bei der jeweiligen Website sein wird. Die Core Web Vitals untersuchen zum Beispiel, wie effektiv eine Website lädt und ob sie nach dem Ladevorgang entsprechend schnell genutzt werden kann.

Doch die Core Web Vitals sind nur einer von vielen Bausteinen, auf die Google in Zukunft seinen Algorithmus bauen wird. Es werden sicher noch mehr Ansätze aufkommen, um die User Experience bewerten und einschätzen zu können.

Core Web Vitals

Drei Tipps, wie ihr eure User Experience durch SEO verbessert

Nun gibt es bei Websites unendlich viele Möglichkeiten, mit denen ihr eure Nutzer zufriedenstellen könnt. Sie lassen sich unserer Meinung nach jedoch in drei grundlegenden Schritten zusammenfassen:

1. Ladezeiten reduzieren

So wunderschön animiert und so viele Video- und Bildinhalte eine Website seinen Besuchern auch bietet: Das alles bringt nicht mehr, wenn die Ladezeit darunter leidet – und das wird sie zwangsläufig. Gerade der mobilen Suche ist durch gedrosseltes Datenvolumen Grenzen gesetzt. Wenn dann auch noch große Websiteinhalte geladen werden müssen, verlängert sich die Ladezeit auf eine immer unangenehmer werdende Wartezeit. Klar, dass lange Ladezeiten für Google dann ein No-Go für die User Experience sind. Wer also seinen Google Pagespeed immer noch nicht in den grünen Bereich gebracht hat, sollte sich schleunigst darum kümmern, dass seine Website sofort nach dem Aufruf für den Nutzer verfügbar ist.

Für Google und eurer SEO bedeuten lange Wartezeiten, dass der Nutzer schneller den Zurück-Button klickt, als eure Website laden kann. Das kennt ihr bestimmt von euch selbst, oder? Lange Ladezeiten sind also schlecht für euer SEO und somit schlecht für euer Ranking. Optimiert eure Website daher nach SEO-Kriterien und achtet von Anfang an darauf, dass die Ladezeiten entsprechend niedrig ausfallen – umso besser ist auch die User Experience.

2. Störelemente und Ablenkungen reduzieren

Ein weiterer Punkt, den Google überhaupt nicht gerne sieht: Ablenkungen. Gemeint sind nervige Pop-ups, Layer und zu viel Werbung, im schlimmsten Fall sogar im sofort sichtbaren Bereich oder an Orten, die noch vor der eigentlichen Website verfügbar sind. Auch hier mag Google nicht, was die Nutzer nicht mögen. Ablenkungen bzw. Störer, die nichts direkt mit dem Inhalt der Website zu tun haben, werden daher als Negativpunkt bewertet, weil es die User Experience massiv verschlechtert. Verzichtet also auf diese Mechanismen, wenn sie nicht unbedingt notwendig sind. Vielleicht ist Affiliate-Marketing eine bessere Alternative, die für euch genauso gut funktioniert, wie Werbung an jeder Ecke eurer Website? Und ja, Cookie Messages sind nötig, aber sie sollten les- und klickbar sein, nicht verschachtelt und gespickt mit winzigen Links. Für die Nutzer sind solche Dinge ein wahrer Albtraum – und Google weiß das. Überlegt euch immer: Was mögt ihr selbst bei Webseiten und was nicht?

3. Wertvollen Content mit sinnvollen Keywörtern erschaffen

Die Seite lädt schnell, Störer sind nicht in Sicht – was könnte der Nutzer jetzt noch wollen? Eine Antwort auf seine Suchanfrage. Dafür gibt es für Google nur eine gute Lösung: starker, wertvoller und relevanter Content. Wie eingangs erwähnt war es früher sehr beliebt, Artikel speziell für Google zu schreiben. Doch wer seinen Content schon länger nicht mehr überarbeitet hat, der sollte das jetzt tun, denn es steht nicht mehr Google im Fokus, sondern der Nutzer. Ihr merkt, das ist der rote Faden, der sich durch alle SEO-Tipps zieht: Macht nicht die Suchmaschine glücklich, sondern eure Zielgruppe.

Es gibt keine Zauberformel, wie lang oder kurz zum Beispiel ein Blogartikel sein sollte. Er sollte nur eben genau die Länge haben, damit die Nutzerintention, also die Frage des Users, bestmöglich beantwortet wird. Erwartet euer Nutzer eine kurze Antwort, sollte der Artikel kurz und übersichtlich sein. Am besten enthält er knapp formulierte Aufzählungspunkte oder eine prägnante Definition. Ist das Anliegen eurer Zielgruppe komplex, sollte euer Artikel entsprechend ausführlich und informativ sein. Infografiken, anklickbare Inhaltsverzeichnisse und ausklappbare Menüs helfen, um den Inhalt zu strukturieren und verständlicher zu gestalten. Achtet auch auf Auflockerungen durch Videos und Bilder – aber habt die kurzen Ladezeiten immer im Hinterkopf.

Ganz wichtig: Wenn ihr euren Content fertig ausgearbeitet habt, überprüft ihn nach SEO-Kriterien. Das wohl wichtigste Content-basierte SEO-Kriterium sind Keywörter. Legt dafür einen Pool von passenden und vor allem relevanten Schlüsselwörtern an und baut sie in euren Content ein. Im besten Fall macht ihr das, bevor ihr den Content ausarbeitet, damit der Text am Ende so schön wie möglich formuliert ist – die Lesbarkeit sollte schließlich nicht unter dem nachträglichen Einbau der Keywörter leiden. Was Google nicht erlaubt und teilweise sogar abstraft, sind sinnlose Keyword-Sammlungen z. B. gehäuft an einer Stelle der Website. Google will damit vermeiden, dass ihr Keywörter einbaut, nur um Besucher abzugreifen, die euch eigentlich gar nicht zustehen. Die Keywörter müssen ernsthaft in eurem Content vorkommen und sinnvoll eingebaut werden. Verteilt die wichtigsten Keywörter also in euren Headlines und erwähnt sie öfters im ausformulierten Inhalt darunter. Wenn ihr euch nicht sicher sein, welche Richtlinien Google für alle Webmaster festgelegt habt, schaut gerne hier nach.

Und auch hier seht ihr: Ist euer Content SEO-optimiert und alle Keywörter sind sinnvoll platziert, ist es sehr wahrscheinlich, dass euer Inhalt die Suchanfrage passend beantworten kann. Der Nutzer kann die gesuchte Antwort finden, genießt im besten Fall euren Content und macht letztendlich eine gute Erfahrung mit eurer Website. Wenn Google das auch so sieht, werdet ihr in der Suchergebnisliste höher gerankt.

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Die Wechselwirkung von SEO und UX

Schon verrückt, was sich in den letzten Jahren innerhalb der klassischen Suchmaschinenoptimierung getan hat. Vorbei sind die Zeiten, in denen Texte an Maschinen angepasst und mit Keywords vollgestopft wurden. Backlinks sind zwar wichtig, aber längst nicht mehr so mächtig wie einst. Google zeigt klar und deutlich: Das große Ziel der Suchmaschine ist ein dynamisches Ranking auf Basis der User Experience.

Deshalb ist klar, warum SEO einen Einfluss auf die Nutzererfahrung hat und andersherum ebenso: SEO ist die Optimierung der eigenen Website auf die Suchmaschine. Weil die meistgenutzte Suchmaschine, Google, nun aber nicht mehr sich selbst, sondern den Nutzer als Bewertungsmaßstab für eine gute Website verwendet, richten sich folglich auch alle SEO-Maßnahmen an dieser User Experience aus. Wer also das User Interface nutzerfreundlich gestaltet, optimiert seine Website auch nach SEO-Kriterien bzw. für die Suchmaschine. Wir haben es euch gesagt: SEO und UX sind ein echtes Dream-Team!

Im SEO-Bereich muss jetzt ein Umdenken stattfinden, denn bislang waren diese Themen klar voneinander getrennt. Den besten Tipp, den wir euch geben können: Probiert eure Website immer wieder selbst aus, ihr seid schließlich auch jeden Tag Nutzer von zahlreichen Websites. Wie gut lässt sie sich am Smartphone bedienen? Wie sinnvoll erfüllt sie Suchintentionen? Funktioniert sie auf allen Geräten, die eure Zielgruppe nutzt, zum Beispiel auf alten Laptops und Smartphones?

Viel Erfolg beim Optimieren!

by A-DIGITAL one

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