Wenn euer Unternehmen etwas verkauft, solltet ihr früher oder später darüber nachdenken, ob ihr nicht ein eigenes Partnerprogramm auf die Beine stellen wollt. Doch wie geht das überhaupt und was ist ein Partner- oder Affiliateprogramm genau?

Das Thema ist groß, ziemlich komplex und somit für viele Unternehmer*innen erst einmal extrem abschreckend. Schließlich gibt es im eigenen Unternehmen auch so schon genug zu tun, da muss nicht noch ein Partnerprogramm hinzukommen. Diesen Gedanken können wir zwar gut verstehen, möchten euch aber dennoch ans Herz legen, euch mit den Begrifflichkeiten und Ansichten dahinter zu beschäftigen. Einen kleinen Crashkurs bzw. Einstieg in Sachen Partnerprogramm erhaltet ihr nun von uns.

Was ist ein Partnerprogramm und wie funktioniert es?

Ein Partnerprogramm ist vom Grundprinzip her supereinfach aufgebaut und zu verstehen. Nehmen wir an, ihr produziert einen Massagestuhl. Dafür müsst ihr auf Messen vorsprechen, Werbung buchen und nach all dieser Arbeit verkauft ihr auch eine nennenswerte Menge davon. Doch all das Drumherum kostet euch ebenfalls viel Geld, was ihr also entsprechend mit einrechnen und auf den Preis aufschlagen müsst.

Bei einem Partnerprogramm überlasst ihr das euren Partner*innen bzw. Affiliates. Für jeden qualifizierten Verkauf zahlt ihr ihnen einen Teil des Verkaufspreises als Provision aus. Wie viel das ist, bleibt euch überlassen. Ist es zu wenig, werden sich die großen Affiliates allerdings nicht dafür interessieren und genau die braucht ihr, um mit eurem Partnerprogramm wirklich erfolgreich zu sein.

Die Affiliates bauen dann eigene sogenannte Nischenseiten auf, verlinken euren Stuhl auf ihrem YouTube-Account oder schreiben in ihrem Blog einen Testbericht, den sie mit einem Link zum Partnerprogramm ausstatten, damit sie ein wenig daran verdienen können. Rund um solche Partnerprogramme ist eine eigene Branche entstanden, die SEO-Keywords gezielt nutzt und umkämpft, um möglichst viel zu verkaufen.

Oder anders gesagt: Affiliates gehen in Vorleistung, investieren selbst Zeit, Energie und vielleicht auch Werbekosten, um dann wiederum mit dem Verkauf eine Provision zu erwirtschaften. So funktionieren Partnerprogramme. Um die kleinen privaten Teilnehmer, die ab und an mal etwas verlinken, geht es dabei eher weniger. Ihr braucht die großen, professionellen Affiliates.

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Lohnt sich ein Partnerprogramm für das eigene Unternehmen?

Ob sich das Partnerprogramm für euer Unternehmen lohnt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist es wichtig, dass ihr ein Produkt verkauft, welches sich gut dazu eignet. Also nicht zu teuer, aber auch nicht zu günstig ist. Natürlich muss die Marge ebenso stimmen. Stimmt sie nicht, könnt ihr euren Partner*innen nicht genug Provision auszahlen, weshalb diese zwangsläufig kein großes Interesse an der Bewerbung eures Produkts haben.

Doch bleiben wir beim Beispiel mit dem Massagestuhl. Hier würde sich ein Partnerprogramm enorm lohnen. Weil der Sessel mit theoretischen 699 Euro sehr teuer ist, verkauft ihr ihn nicht wie von selbst im eigenen Shop. Kunden überlegen sich den Kauf, probieren ihn im Handel aus und bestellen eher weniger online oder nur nach viel Werbung und über Anzeigen. Das Partnerprogramm könnte hier eine sinnvolle und günstigere Lösung sein, die gleichzeitig weniger eigene Arbeit verlangt.

Das sorgt nämlich dafür, dass Affiliates Nischenseiten erstellen und eventuell auch größere Blogs oder Websites auf euch aufmerksam werden, die sich mit dem Thema Physiotherapie etc. beschäftigen, euren Stuhl somit sehr passend und gewinnbringend verlinken können. Ihr bekommt mit dem Partnerprogramm daher gezielte Verkäufe, die ihr euch selbst teuer erkämpfen müsstet. Das Partnerprogramm automatisiert diesen Prozess mehr oder weniger.

Dafür gebt ihr eine Provision ab, die am Ende aber auch nicht höher oder niedriger ausfällt als das vorherige Investment in Sachen Werbung, Verkaufsraum und Marketing. Bei Partnerprogrammen gilt zudem: Je höher die Provision, desto größere und fleißigere Affiliates werden angezogen und desto mehr verkauft ihr schlussendlich.

Welche Möglichkeiten gibt es für ein Partnerprogramm?

Nun ist es immer möglich, ein komplett eigenes Partnerprogramm auf die Beine zustellen. Aus Erfahrung können wir euch aber sagen, dass Affiliates diesen oft misstrauen. Besser ist es daher bereits etablierte Plattformen zu verwenden. Da gibt es jedoch ein paar Probleme.

Das erste Problem ist, dass viele große Plattformen (wie z.B., Awin oder TradeDoubler) keine Händler mit wenig Umsatz aufnehmen, weshalb oft nur die kleinen Netzwerke (SuperClix, AdCell) bleiben. Das andere ist, dass euer Partnerprogramm auch eine gewisse Betreuung benötigt. Dies kann eine entsprechende Agentur übernehmen oder ihr macht es selbst, wobei ihr je nach Umfang des Partnerprogramms den Aufwand dafür keinesfalls unterschätzen solltet.

Hinzu kommen Programmbeschreibung, Platzierung bei dem jeweiligen Anbieter, verschiedene Verträge, nutzbare Werbemittel, ein funktionierendes Tracking und vieles mehr. So einfach das Partnerprogramm erscheint, so komplex kann es im Detail dann werden. Hier hat ein eigenes System deutliche Vorteile, weil ihr verhältnismäßig klein bleiben könnt und alles selbst in der Hand habt. Aber wie gesagt: Ihr wollt große Affiliates und die suchen sich die Programme lieber bei vertrauenswürdigen Netzwerken heraus.

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Fazit zum eigenen Partnerprogramm

Ein eigenes Partnerprogramm hat jede Menge Potenzial. Je nach Produkt, Branche, Aufstellung und Strategie kann das Partnerprogramm die Verkäufe nicht nur ankurbeln, sondern auch in einem Bereich voranbringen, in welchem ihr wenig Einfluss und Marktmacht habt. Gerade wer die großen Affiliates begeistern kann, bekommt oft viel dafür zurück und steigert seinen Umsatz quasi über Nacht und ohne viel Eigenleistung.

Allerdings hängt das auch davon ab, welche Provisionen ihr zahlt. Das Aufsetzen und verhandeln kann zudem mitunter kompliziert werden, ebenso wie die Verwaltung im Netzwerk selbst. Ihr müsst einen Ansprechpartner für Affiliates abstellen und entsprechende Werbemittel anbieten. Oft ist das nicht mal eben nebenbei erledigt, sondern erfordert dann doch etwas Fachwissen im Bereich Affiliate-Marketing.

Die Einarbeitung kann sich dennoch lohnen und ist zumindest einen Versuch wert. Wenn ihr mehr Interesse an dem Thema habt, lasst es uns wissen. Gerne steigen wir hier noch einmal ausführlicher ein oder zeigen ein praktisches Beispiel.

by A-DIGITAL one

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