Wer mit der SEO-Optimierung seiner Webseite fertig ist, könnte denken, dass jetzt alles wie von selbst läuft. Ihr rankt bei verschiedenen Suchanfragen ganz oben, werdet also in den obersten Suchergebnissen aufgelistet, die Nutzer beißen an und landen auf eurer Webseite. Doch mit einem hohen Ranking ist es nicht getan. Die Besucher könnten aus einem anderen Grund trotzdem ausbleiben: zum Beispiel wegen eines Google-Snippets, das nicht optimal ist. Was ein Snippet ist und wie ihr eure Chancen erhöht, dass User einem Klick auf euer Suchergebnis nicht widerstehen können, zeigen wir euch jetzt.

Was ist ein Snippet und warum muss man es optimieren?

Gibt ein Nutzer in der Google-Suchzeile „Rosendünger“ ein, werden ihm eine Reihe von Suchergebnissen angezeigt. Diese Liste nennt man in Fachkreisen auch SERP (Search Engine Result Pages). Je nach Relevanz werden die Suchergebnisse, die am besten zur Suchanfrage passen, von oben nach unten sortiert angezeigt.

Ein Snippet ist der ganze Block, der als Suchergebnis von eurer Webseite angezeigt wird und dient dem Nutzer als Vorschau bzw. Teaser für eure Webseite. Daraufhin kann der User dann selbst entscheiden, ob der Inhalt für ihn passend klingt oder nicht. Und genau deshalb müsst ihr euer Google-Snippet nach SEO-Aspekten optimieren: Ihr erhöht damit eure Chancen, dass euer Suchergebnis höher rankt und mehr Klicks bekommt. Denn je exakter euer SEO-Snippet zu den Suchwörtern passt, desto höher ist das Vertrauen von Google und des Suchenden, dass eure Website die passende Antwort auf die Suchanfrage bietet.

Die Bestandteile eines Google-Snippets sind in der Regel:

  • Eine kurze URL eurer Website,
  • eine sogenannte Title bzw. Überschrift (auch Title Tag oder Seitentitel genannt), die zwischen 55 und 60 Zeichen inklusive Leerzeichen lang sein sollte,
  • und eine kurze Meta-Description bzw. Beschreibung, die zwischen 140 und 156 Zeichen lang ist.
  • Zusätzlich können noch weitere Elemente, wie Sonderzeichen oder Emojis angezeigt werden – doch dazu später mehr.
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Die Keywords in der Title sind laut Google ein sehr wichtiges Ranking-Kriterium – doch Vorsicht, die Wörter sind begrenzt, wählt sie also weise. Die Description ist hingegen kein direktes Ranking-Kriterium, doch wer sich hier um ansprechende Formulierungen bemüht, weckt das Interesse des Lesers und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit, dass er auf das Suchergebnis klickt. Neben der rein-textlichen Optimierung könnt ihr auch noch kleine Tricks anwenden, die für mehr Aufmerksamkeit sorgen – dranbleiben lohnt sich also.

Merke: Eine SEO-optimierte Webseite bedeutet nicht gleich, dass euer SERP-Snippet automatisch auch SEO-optimiert ausgespielt wird. Ihr müsst euer Snippet also trotzdem manuell nachjustieren und -optimieren, sonst erstellt Google selbst eins nach eigenem Ermessen – automatisch SEO-optimiert ist das aber nicht.

Tipps für die SERP-Snippet-Optimierung:

1. Wählt ein auffälliges Google-Favicon

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Es gibt sie bei der mobilen Suche und im Chrome Browser schon eine Weile: die Anzeige des Favicons in den Suchergebnissen. Doch immer noch wird diese Funktion unterschätzt. Ein Favicon ist wie ein kleines Icon, das links neben der URL erscheint. Habt ihr kein spezielles Favicon festgelegt, zeigt Google einfach ein generisches an, meistens das graue Weltkugel-Symbol. Wer hier die Aufmerksamkeit unter den grauen Piktos auf sich ziehen will, legt also einfach ein farbig-auffälliges Icon fest. Achtet darauf, dass das Bild auch in der kleinsten Darstellung noch gut zu erkennen ist – Logos sind dafür nicht immer geeignet. Falls ihr jetzt überlegt, ein Verifiziert-Icon mit blauem Haken einzusetzen, wie man es von Instagram & Co. kennt – hier ist Vorsicht geboten, denn Google geht gezielt gegen solche Fake-Favicons vor. Überlegt euch stattdessen ein Favicon mit Wiedererkennungswert, das mit einer auffälligen Farbe, einem gut erkennbaren Motiv und einem thematischen Bezug überzeugt. Am besten legt ihr das Favicon als „.ico“-Datei an. Reichte früher ein Favicon in der Größe 16 x 16 bis 32 x 32 Pixeln, solltet ihr heute lieber verschiedene Größen von 16 x16 bis 588 x 588 Pixeln anlegen, damit ihr alle möglichen Verwendungsfälle von Google abdecken könnt. Einbinden könnt ihr das Favicon direkt über das HTML eurer Website.

2. Holt den User inhaltlich ab

Dieser Tipp hat stark mit der SEO-Optimierung von Texten zu tun: Überlegt euch, was ein User lesen möchte, wenn er zum Beispiel „Stricken lernen“ in die Suchleiste eingegeben hat. Was ist seine Intention? Vielleicht möchte er eine Schritt-für-Schritt-Anleitung lesen, ein Tutorial sehen oder passende Bücher und Kurse zu dem Thema finden. Baut daher wichtige Keywörter in eure Meta-Description, aber vor allem in die Title ein. Je weiter vorne das Hauptkeyword in eurer Title steht, desto besser. Wenn ihr einen Onlineshop habt, würde sich ein „Online kaufen“ in der Title eignen. Unterstützen könnt ihr das dann mit einem kundenorientierten Nutzen, zum Beispiel: „Große Auswahl“, „30-Tage-Rückgaberecht“, „30 % Rabatt“ oder ähnliches. Überlegt euch genau, was der Kunde möchte – vielleicht sucht er etwas Günstiges, etwas Hochwertiges, etwas mit kurzer Lieferzeit. Nutzt diese Keywörter, wenn ihr sie erfüllen könnt.

Außerdem empfehlenswerte Elemente in der Title sind eine Handlungsaufforderung und eventuell noch der Name eurer Marke. Ersteres wird auch Call-to-Action (CTA) genannt, weil ihr den Leser wörtlich dazu aufruft eine bestimmte Handlung zu vollziehen. Zum Beispiel „Jetzt durchstarten“ oder „Jetzt kostenlos downloaden“. Das erhöht die Klickzahl im Vergleich zu einem Google-Snippet ohne CTA deutlich, weil der Leser sich direkt angesprochen und animiert fühlt. Üblicherweise trennt ihr die einzelnen Bestandteile eures Title-Tags mit Betragsstrichen und je einem Leerzeichen links und rechts davon. Überschreitet ihr die Länge der üblichen Headline, wird sie abgeschnitten bzw. endet mit einem „…“. Das solltet ihr vermeiden, also achtet auf die vorher erwähnten Pixellängen.

SERP-Snippets solltet ihr übrigens am besten für jede eurer Unterseiten einrichten. Das ergibt Sinn, weil ihr dann zum Beispiel als Kleidungsgeschäft mit den jeweils perfekt passenden Snippets für „Socken Damen“, „Winterjacken Herren“ usw. ausgespielt werdet. Und das erhöht – ihr wisst Bescheid – eure Klickzahlen!

Die Description könnt ihr unter ähnlichen Gesichtspunkten optimieren, wie die Title, nur dass ihr dafür insgesamt mehr Platz habt. Fasst den Inhalt eurer Seite in einfachen und kurzen Sätzen zusammen, baut wichtige Schlüsselwörter ein und weckt die Aufmerksamkeit des Nutzers, indem ihr zum Beispiel W-Fragen auflistet, die auf eurer Webseite beantwortet werden. Schlagwörter wie „Tipps für…“, „Kurzanleitung“, „Checkliste“ oder „Video-Tutorial“ geben dem Leser schon mal eine Idee, wie euer Content aufbereitet sein wird. Je mehr der User euren Content einschätzen kann, desto besser für euch. Auch bei der Description dürfen außerdem ein CTA sowie die wichtigsten USPs nicht fehlen. Für den User sollte nach Lesen der Description klar sein, warum er auf euer Suchergebnis klicken soll und nicht auf ein anderes.

3. Eine provokante und direkte Ansprache

Manchmal kann es hilfreich sein, absichtlich kontrovers aufzutreten. Das ist jedoch nicht immer angebracht und sollte sehr vorsichtig umgesetzt werden. Statt wie alle anderen beispielsweise eine News im Stil von „Das neue Videospiel von Sony ist da“ anzukündigen, könnte ein kontroverser Title-Tag lauten: „Warum Sony’s neues Spiel ein Hit wird“. Der Trick dabei: Eine gewagte Behauptung bewirkt, dass der Leser herausfinden will, ob das Gesagte wahr sein kann. Er denkt nicht nur „Interessant.“, sondern „Interessant, warum sind sie so sicher, dass es ein Hit wird?“. Der User wird direkt emotional angesprochen, anstatt nur sachlich darüber informiert. Solche reißerischen Titles können gut funktionieren, wenn ihr die Erwartungen des Lesers dann auch erfüllen könnt. Entpuppt sich die Aussage der Title im Blogbeitrag der Website dann als übertrieben oder sogar falsch, enttäuscht ihr den Leser wahrscheinlich nachhaltig. Seid also vorsichtig damit. Ein etwas milderes Beispiel, das neben sachlichen Suchergebnissen wie „Winterjacken für Frauen“ hervorstechen könnte, wäre „Diese Damen-Winterjacken sind ein Must-have!“. Die Leserschaft wird direkt angesprochen und die Keywörter „Winterjacken“ und „Damen“ kommen direkt am Anfang vor. Wie Humor sollte man auch provokante oder direkte Ansprachen gezielt, vorsichtig und wohlüberlegt einsetzen. Aber wenn sie gut gemacht sind, können sie die Aufmerksamkeit eurer Leserschaft wie ein Magnet anziehen!

4. Sonderzeichen und Emojis nutzen

Wer sich ein bisschen mit den psychologischen Aspekten im Marketing auskennt, der weiß: Optische Reize ziehen die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Sonderzeichen und Emojis könnten bei Google-Snippets diese Rolle übernehmen. Allerdings gibt es hier einen Haken: Google mag sie nicht immer. Gerade im Title-Tag solltet ihr diese Elemente eher vermeiden, weil es sonst zu Schwierigkeiten bei der Anzeige kommen kann. Doch wo die kleinen Bildchen auf jeden Fall helfen können, ist die Description. Wenn ihr sie dort gezielt und sinnvoll unterbringt, lockert das den Textblock optisch auf und ihr lenkt den Blick des Suchenden auf euer SERP-Snippet. Achtet darauf, dass die Emojis zum Kontext passen: Zum Beispiel ein grüner Haken, wenn ihr eure USPs angebt, ein Telefon-Symbol, wenn ihr auf eine Kontaktseite leitet oder eine Sonne, wenn es um Urlaubsreisen geht. Eine praktische Liste mit Unicodes für HTML-Sonderzeichen findet ihr hier.

Allerdings solltet ihr nicht zu viele Emojis verwenden, denn sie stehlen euch natürlich wertvollen Platz in der Meta-Description, den ihr sonst mit USPs nutzen könntet. Wägt hier einfach den Mehrwert von Sonderzeichen im Vergleich zu weiterem Text ab – wobei ein, zwei Emojis immer noch einen Platz finden sollten. Doch wie gesagt, Emojis können funktionieren, aber welche Regeln für die Anzeige genau gelten, verrät Google nicht. Probiert es am besten einfach eine Zeitlang aus. Bei B2B-Unternehmen raten Marketing-Experten als Professionalitätsgründen eher von Emoticons im Snippet ab.

Was im Gegensatz zu Emojis jedoch sehr gut funktioniert sind klassische UTF-8 Sonderzeichen. Ein oder ein anderes Symbol im Tag ist kein Problem beim Ausspielen des Google-Snippets – solange nicht unnötig viele Sonderzeichen eingebaut werden.

5. Die Unterschiede zur mobilen Google-Suche beachten

Heutzutage wird mehr mit dem Smartphone gesurft als mit stationären Endgeräten. Doch so groß Smartphones heute auch sein können – die Anzeigefläche auf dem Display ist deutlich kleiner und zudem vertikal statt horizontal, als das bei PC oder Laptop der Fall ist. Das bedeutet, dass für Mobile-Snippets andere Regeln gelten als bei Desktop-Snippets. Zum Beispiel haben auf dem Handy-Display nur zwei bis drei Suchergebnisse Platz. Kein Wunder, dass dann das erste Suchergebnis 24 % Klickrate hat, während die fünfte Position nur noch wenige Prozent einbringt. Zusätzlich zum begrenzten Platz auf dem Smartphone-Display werden die Suchergebnisse ausführlicher und teilweise mit Bild angezeigt. Der Grund: Google möchte die Nutzerfreundlichkeit maximal steigern. Da User, die mit mobilen Endgeräten googeln, oft schnelle Antworten auf einfache Fragen finden wollen, zeigt Google ihnen weniger SERP-Snippets auf einen Blick an, diese dafür aber mit längerer Title und Description. So bietet die Title beim Mobile-Snippet Platz für 990 Pixel statt der 540, die für das Desktop-Snippet maximal möglich sind. Auch die Description verlängert sich von maximal 990 Pixel (Desktop-Snippet) auf 1.300 Pixel für das Mobile-Snippet.

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Zusätzlichen Platz ganz oben in der SERP-Liste nimmt außerdem das Knowledge-Panel ein – ebenfalls eine Google-Methode, die Nutzerfreundlichkeit maximal zu steigern. So müssen Nutzer nicht mehr auf Suchergebnisse klicken, sondern können bequem die von Google vorgeschlagene Antwort im Panel lesen. Für Webseiten-Anbieter bedeutet das: weniger Platz und Klicks für die eigenen Suchergebnisse darunter. Vor allem bei Mobilgeräten nimmt das Knowledge-Panel oft den gesamten Platz auf dem Display ein, nur wer runterscrollt gelangt dann zu den organischen Suchergebnissen.

Und dennoch: Achtet bei der Optimierung eurer Google-Snippets auf Anforderungen für Mobilgeräte – gerade, wenn eure Zielgruppe eher mobil unterwegs ist. Nutzt den Platz in den Snippets, achtet auf Keywörter, baut USPs ein und nutzt Bildelemente, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Fazit: Lügen haben schlechte CTR-Werte…

Wenn ihr eure Snippets optimiert: Lasst euch nicht dazu hinreißen, die Nutzer auf Teufel komm raus auf eure Seite zu locken. Macht also im Snippet keine Versprechungen, die von der dahinterliegenden Webseite nicht erfüllt werden können – sondern bleibt ehrlich. Es bringt nichts, wenn ihr mit kostenlosen Downloads und riesigen Prozenten lockt und der Nutzer dann nach kurzer Zeit eure Webseite enttäuscht oder sogar verärgert verlässt. Wer sich mit dem Google Algorithmus auskennt weiß, dass sich solche schnellen Seitenabsprünge negativ auf eure CTR (Click-Through-Rate) und somit auf euer Ranking auswirken. Wenn ihr dem Kunden die passende Antwort geben wollt, müsst ihr gegebenenfalls euren Webseiten-Inhalt ändern, damit ihr Entsprechendes im Snippet anteasern könnt. Aber Un- oder Halbwahrheiten solltet ihr dringend im Snippet vermeiden.

Und noch ein allgemeiner Rat zu dem Thema: Wie immer funktioniert die SEO-Optimierung über Trial-and-Error. Probiert verschiedene Snippets eine Zeitlang aus und kontrolliert, ob sich Besucherzahlen und Rankings dadurch verbessern. Und wenn ihr irgendwann die für euch optimale Lösung gefunden habt – behaltet die Rankings trotzdem jederzeit im Blick. Jeden Tag entstehen neue Webseiten, andere SEO-Profis optimieren ihre Snippets oder das Suchverhalten der User ändert sich saisonal. Das Internet entwickelt sich jeden Tag weiter und wer mithalten will, sollte sich ebenfalls ständig kontrollieren und verbessern. Hilfreich ist dabei, dass Google die SEO-Snippets schnell übernimmt und ihr die Klickraten mit der Google Search Console nachvollziehen könnt.

Wir hoffen, wir konnten euch helfen. Viel Spaß zum Ausprobieren!

by A-DIGITAL one

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