Was ist ein Cache und wie wird dieser generiert? Warum ist er so wichtig und wie sieht der Aufbau einer Website ohne ihn aus?

Es gibt viele Fragen, die das Thema Caching betreffen und ebenso viele Antworten, da für Websites unterschiedliche Arten von Cache existieren. Wir beschäftigen uns heute ausschließlich mit dem WordPress Cache und möchten euch in diesem Artikel alles darüber verraten, was ihr wissen müsst.

Dabei werden wir versuchen, vor allem erst einmal ein grundlegendes Verständnis für die Technik zu schaffen. Anschließend geben wir einige Empfehlungen und tauchen noch tiefer in die Details ein.

Wie generiert WordPress eine Website?

WordPress ist ein Content-Management-System, welches die Erstellung und Verwaltung von Inhalten stark vereinfacht. Es kombiniert den Content mit nützlichen Plugins sowie schicken Themes und generiert aus all den Einzelteilen die eigentliche Website, die ihr am Ende betrachten könnt. Doch wie genau funktioniert das?

Drücken wir es ganz simpel aus. Besucher*innen die eine URL in ihren Browser eingeben, stellen zunächst eine Anfrage an den Server. Der Server startet daraufhin PHP (WordPress ist in PHP geschrieben) und WordPress wiederum aktiviert den sogenannten WordPress Core. Dieser Kern stellt eine Anfrage an die MySQL-Datenbank, um daraus alle benötigten Informationen und Inhalte zu ziehen, die für den Betrieb notwendig sind.

Der WordPress Core verbindet all das und setzt es gemeinsam mit den Plugins und dem ausgewählten Theme zu einer fertigen Website zusammen. Diese Seite wird anschließend zurück an den Browser geschickt, sodass Besucher*innen das Ergebnis betrachten können. All das geschieht rasend schnell, weshalb nach Eingabe der URL quasi augenblicklich die Website erscheint. Doch die Vorgänge sind rechenintensiv und kompliziert.

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Warum ist eine Website ohne Cache langsam?

Greifen mehrere Besucher*innen auf einmal auf euren Server zu, muss dieser jedes Mal aus den Einzelteilen von WordPress eine vollständige Website zusammenbauen. Immer und immer wieder. Bei vielen Zugriffen gleichzeitig ist das wenig performant, weshalb der Seitenaufbau beständig langsamer wird und der Server irgendwann unter der Last zusammenbricht und nur noch Fehler ausspuckt.

Tja, und genau deshalb gibt es WordPress Caching. Der Cache ist ein Zwischenspeicher und sichert das fertige Ergebnis, also die eigentliche Website. Statt beim erneuten Seitenaufruf also erst PHP zu starten, den Core zu aktivieren, Inhalte aus der Datenbank zu ziehen und das Ganze wieder frisch zusammenzubauen, wird das Ergebnis einfach im Speicher abgelegt und dem nächsten, der darauf zugreifen möchte, noch einmal angezeigt.

Einziges Problem an der Sache ist, dass das Caching in der Regel statisch ausfällt. Deshalb werden die neusten Änderungen unter Umständen auch nicht berücksichtigt. Wenn der Cache immer für eine Stunde bestehen bleiben soll, werden neue Artikel daher erst nach Ablauf dieser Zeit angezeigt. Allerdings kennt das WordPress Caching gewisse Ausnahmen und erneuert den Cache bei frischen Artikeln oder Kommentaren für gewöhnlich automatisch.

Wie funktioniert Caching in WordPress genau?

Geht es um das Caching in WordPress, sprechen wir von vier verschiedenen Systemen des Cachings. Vielleicht sogar fünf, je nachdem, wie genau wir es nehmen möchten. Das Browser Caching hat per se nichts mit WordPress zu tun, sollte aber dennoch erwähnt werden, da es entsprechend effizient erscheint. Doch schauen wir uns die Methoden erst einmal genauer an.

Seiten Caching: Beim Seiten Caching werden fertige Seiten als einfache Datei abgelegt. Entweder in einem Cache-Ordner auf dem Server oder direkt im RAM bzw. Browser. Statt die Seite also erst generieren zu müssen, ist sie schon final verfügbar und dementsprechend schnell kann sie den Besucher*innen angezeigt werden.

Browser Caching: Der Browser Cache funktioniert unabhängig im Browser der Nutzer*innen. Die fertige Seite, die vom Seiten Cache an den Browser gesendet wird, kann dann direkt im Browser gespeichert werden. Rufen Besucher*innen eure Website nun erneut auf, wird im besten Fall keine Anfrage mehr an den Server gestellt, weil das Ergebnis immer noch im Browser Cache gespeichert ist und somit sofort angezeigt werden kann. Es liegt quasi auf der Festplatte der Nutzer*innen, nicht mehr auf eurem Server.

Datenbank Caching: Die Datenbank ist extrem ressourcenhungrig und gerade WordPress speichert so ziemlich alles innerhalb von MySQL ab. Genau das wird schnell zu einem Problem in Sachen Performance. Datenbank Caching sorgt dafür, dass Anfragen bzw. Queries zwischengespeichert werden, also nicht erneut weitergeleitet werden müssen.

Object Caching: Auch WordPress kennt Caching und bietet von Haus aus beispielsweise die Transient API und den Object Cache an. Beides wird oft für Plugins genutzt, die komplizierte Anfragen stellen, weshalb diese dort zwischengespeichert werden. So muss WordPress die Operationen nicht immer wieder neu ausführen.

Opcode Caching: Der Opcode Cache speichert PHP-Code zwischen. WordPress stellt sehr viele PHP-Befehle und diese müssen alle erst einmal durch den PHP-Compiler. Opcode Caching sorgt nun dafür, dass die fertigen Ergebnisse, die aus dem PHP-Compiler stammen, für eine gewisse Zeit zwischengespeichert werden.

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Welches Caching Plugin für WordPress ist das beste?

Wer die Qual hat, hat die Wahl. Bei den WordPress Caching Plugins ist das ähnlich, denn inzwischen gibt es so viele von ihnen, dass kaum noch jemand das beste oder effektivste Caching Plugin benennen könnte. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile.

Einen umfangreichen Vergleich können und wollen wir an dieser Stelle daher auch gar nicht starten. Falls ihr an so etwas Interesse habt, wäre das einen eigenen Artikel wert. Wir beschreiben euch hier lediglich die fünf größten Caching Plugins für WordPress und versuchen klarzumachen, wie sie sich voneinander unterscheiden. Eine Art Mini-Vergleich mit persönlichen Empfehlungen.

WP Rocket

Das Plugin WP Rocket hat Caching zum ersten Mal einfach gemacht. Es verbindet dabei Caching mit vielen nützlichen Zusatzfunktionen für eine noch bessere Performance. Vor allem wurde es aber bekannt, weil es sehr einfach zu bedienen ist.

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W3 Total Cache

W3 Total Cache war lange Zeit das einzig ernst zu nehmende Caching Plugin für WordPress. Die Erweiterung gibt es schon sehr lange und sie ist extrem mächtig und umfangreich. Früher galt die Einrichtung als besonders kompliziert. Dafür war mit dem Plugin aber schon immer viel mehr möglich als bei der Konkurrenz.

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Swift Performance

Noch relativ neu ist Swift Performance. Das Plugin verbindet Caching mit Performance-Optimierungen. Neben einer leistungsfähigen Cache Engine ist deshalb auch ein Bild-Optimierer enthalten. Die Erweiterung ist eine Art All-in-One Paket für bessere Ladezeiten. Ähnlich wie WP Rocket ist auch Swift Performance auf eine besonders einfache Bedienung ausgelegt.

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Cache Enabler

Für kleine Seiten ohne viel Extras und Ausnahmen ist der Cache Enabler ideal, vor allem in Verbindung mit Optimus. Beide Plugins werden von KeyCDN gepflegt und sind entsprechend gut supportet. Ein echter Geheimtipp, den ihr euch ruhig genauer anschauen solltet. Weniger ist oft mehr.

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WP Fastest Cache

Beliebt und ähnlich wie W3 Total Cache eher kompliziert und umfangreich ist das Plugin WP Fastest Cache. Die Erweiterung kann viel, ist aber deshalb auch nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Die Einstellungsmöglichkeiten sind teilweise sehr komplex. Ihr solltet also wissen, was sie bedeuten, bevor ihr eben diese verändert.

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Ohne Caching geht im Grunde gar nichts

WordPress steckt voller Dynamik und Inhalte werden stets in der Datenbank hinterlegt. All das ist problematisch, wenn es um die Ladezeiten und eine möglichst effektive Ressourcenverwaltung geht. Caching ist daher unabdingbar, um die bestmögliche Leistung für alle Besucher*innen zu gewährleisten. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Cache, die jeweils an verschiedenen Stellen ansetzen.

Wir haben euch hier die wichtigsten Details vorgestellt und die fünf Arten von Cache erklärt. Außerdem konnten wir euch zum Ende noch einige Plugin-Empfehlungen mit an die Hand geben. Damit wisst ihr nun nicht nur, was es mit dem Thema WordPress Caching genau auf sich hat, sondern auch wie das Content-Management-System im Detail funktioniert und wie es den Cache für eine bessere Performance einsetzt.

Wir hoffen, diese Informationen haben euch geholfen. Wenn großes Interesse besteht, können wir an anderer Stelle auch noch einmal ausführlicher in die Materie einsteigen und Vergleiche starten oder die vorhandenen Caching Plugins für WordPress gegeneinander antreten lassen. Für den Moment soll es das nun aber gewesen sein.

by A-DIGITAL one

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