Ein Content Delivery Network (CDN) wird gerade von Neulingen gerne als eine Art Allheilmittel für die Performance betrachtet. Die Ladezeiten der Website sind schlecht? Dann her mit dem CDN und alles wird wieder gut. So zumindest die langlebige Meinung, wenn es um das Thema geht. Natürlich ist das totaler Quatsch.

Das CDN ist weder ein geheimes Wundermittel für eine bessere Performance, noch ist es die Rettung, wenn eine Website fehlerhaft oder gar wenig optimiert erscheint. Doch wozu genau ist ein CDN dann überhaupt gut und wer benötigt es?

Was genau ist ein CDN?

Das CDN ist im Grunde ein Verbund aus vielen Servern, und zwar weltweit. CDN-Anbieter stellen eine breite Infrastruktur zur Verfügung, die von Kund*innen genutzt werden kann. Das besondere dabei ist, dass es sich eben nicht wie bei einem klassischen Hoster um konkrete Serverstandorte handelt. Vielmehr wählt das CDN intelligent aus, welcher Standort für die Übertragung der Inhalte genutzt wird. Kommen einige Nutzer*innen aus den USA, bevorzugt das CDN also automatisch einen US-Server für die Auslieferung. Besucher*innen aus Deutschland bekommen hingegen nach wie vor einen deutschen Server. Je näher der Server liegt, desto besser die Verbindung und umso schneller die Übertragung.

Die unterschiedlichen Server sind außerdem darauf optimiert, einzelne Dateien besonders flott und effizient auszuliefern. Bilder, Musik, Videos und mehr können daher rasend schnell heruntergeladen werden, weil sie nicht auf dem Hauptserver der Website liegen, sondern auf speziell optimierten Servern, die rein auf einen schnellen Download hin und eine entsprechende Anbindung optimiert wurden.

Ein Content Delivery Network dient also der Speicherung von statischen Assets, die dann blitzschnell ausgeliefert werden können. Theoretisch kann dabei fast alles auf einem CDN gesichert werden. Praktisch sind es aber oft nur die Assets und entsprechende Downloads. Warum das so ist, schauen wir uns jetzt noch einmal genauer an.

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Wer benötigt ein CDN?

Mit einem CDN sind all diejenigen gut beraten, die entweder enorm hohe Besucherzahlen verarbeiten müssen oder aber bestimmte Downloads anbieten. Wer schon einmal ein Video auf seinem Server gehostet hat und dies in die eigene Website einbinden wollte, der hat sicherlich schnell bemerkt, dass das Video ziemlich langsam lädt.

Das liegt daran, dass Hoster ihre Server in der Regel nicht auf die reine Auslieferung von Inhalten optimieren und oft derartige Downloads sogar drosseln, um die gesamte Infrastruktur nicht allzu stark zu belasten. Webhosting ist also kurz gesagt nicht darauf ausgelegt, schnelle Downloads zu gewährleisten, sondern eher stabil erreichbar zu sein.

Es gibt noch weitere Probleme. Wenn einzelne Personen auf eine Datei zugreifen, lädt diese durchaus schnell. Fragen nun aber plötzlich 1.000 oder sogar 10.000 Besucher*innen eine Datei an, bricht der Server zusammen und das Video oder der Download lädt bei keinem mehr vernünftig. Bei einem CDN ist das anders.

Das CDN wählt automatisch einen nahen Server aus und die gesamte Infrastruktur des Content Delivery Networks ist darauf ausgelegt, die entsprechenden Dateien möglichst schnell und direkt ausliefern zu können. Unabhängig von der eigentlichen Website, denn die liegt ganz woanders. Bilder, Videos, Podcasts und mehr werden also direkt vom CDN geladen und das ist so optimiert, dass es sich nah an den Besucher*innen befindet. Ist die Person, die eine Datei anfragt, in den USA, wählt das CDN daher einen Server aus Amerika. Fragt sie die Datei innerhalb der Schweiz an, bekommt sie einen Server aus der Schweiz zugewiesen. So werden die Datenwege kurz und effizient gehalten.

Wer genau braucht also ein CDN? In erster Linie diejenigen, die Downloads, Videos oder Audiodateien selbst hosten möchten. Oder aber alle, die enorm hohe Zugriffszahlen feststellen und die Assets somit auf ein CDN auslagern möchten. Bilder, CSS-Dateien, Javascript und Co werden dann entsprechend optimiert geladen und verlangsamen nicht mehr den Seitenaufbau.

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Welche CDN-Anbieter gibt es?

In Deutschland wird gerne KeyCDN empfohlen. Gerade der Einstieg ist bei dem Anbieter besonders einfach. Akamai ist vielen bekannt, weil es unter anderem von Facebook verwendet wurde. Allerdings ist das dann eher der Bereich Enterprise, also nichts für kleine Websites mit schmalem Budget. Auch die Amazon Web Services (AWS) bieten mit der Amazon CloudFront ein entsprechendes CDN an. Und dann gibt es noch Fastly, CDN77und viele weitere.

Einen gänzlich anderen Weg geht das Unternehmen Cloudflare. Das bietet in seinem Paket zwar ebenfalls ein CDN an, möchte aber als Komplettlösung agieren. Ihr speichert hier also nicht nur die Assets, sondern eure gesamte Website. Gleichzeitig optimiert Cloudflare alles auf Performance und beinhaltet neben dem DDoS-Schutz auch eine Web Application Firewall (WAF) und einiges mehr.

Es gibt noch viele weitere Anbieter, viele davon spezialisiert auf bestimmte Bereiche. TinyPNG bietet beispielsweise ein CDN für Bilder an, welches auch gleich die Optimierung übernimmt. Außerdem gibt es CDN-Anbieter für Großkunden, die gar keine gewöhnlichen Websites annehmen.

Fazit zum Content Delivery Network

Braucht eine normale Website ein CDN? Nein, ganz sicher nicht. Die Optimierung beginnt nicht mit einem CDN, sie endet dort. Das CDN ist quasi der letzte Schritt, um eine noch bessere Performance zu gewährleisten oder ein effizienteres Load Balancing zu erreichen.

Auch wenn Videos oder Podcasts selbst gehostet werden, empfiehlt sich ein CDN, da gewöhnliche Server einfach nicht mit der Masse an Anfragen zurechtkommen. Was bei geringen Zugriffszahlen noch gut geht, scheitert dann, sobald mehrere Besucher*innen gleichzeitig auf die Dateien zugreifen.

Auch internationale Seiten profitieren von einem CDN. Rufe ich beispielsweise Instagram auf, bekomme ich die Bilder von einem CDN. Müsste ich all das von einem US-Server laden, würde allein die Anfrage schon ewig dauern.

Sagen wir es mal so. Wenn ihr ein CDN benötigt, wisst ihr das in der Regel bereits, weil ihr euch entsprechend auskennt. Habt ihr keine Ahnung davon, braucht ihr es normalerweise auch nicht. Lasst euch also nichts aufschwatzen. Bevor das CDN notwendig wird, gibt es noch viele andere Optimierungen, die ähnliche Erfolge mit sich bringen können. Das CDN ist gerade bei kleineren Websites und Blogs eher die letzte Wahl.

by A-DIGITAL one

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