In den letzten Monaten hat es ein Thema in die Trends geschafft, welches für viele komplettes Neuland ist. Die Rede ist natürlich vom sogenannten Low-Code und von den Low-Code-Plattformen. Doch was ist Low-Code und was hat es mit den Low-Code-Plattformen auf sich?

Fragen über Fragen, die wir im heutigen Artikel zu beantworten versuchen. Außerdem möchten wir gleich ein paar praktische Anwendungsbeispiele aufzeigen, wie Low-Code im eigenen Unternehmen genutzt werden kann. Am Ende klären wir dann noch eventuelle Vor- und Nachteile.

Low-Code-Entwicklungsplattform

Was ist Low-Code?

Der Begriff Low-Code beschreibt im Grunde genommen einen Arbeitsaufwand, der mit wenig bis fast gar keinen Code in Verbindung steht. Menschen, die keine Ahnung vom Programmieren haben, sollen damit die Möglichkeit bekommen, durch einfache Code-Fragmente oder Minimalcode etwas Großes zu erschaffen.

Viele kennen auch den Begriff No-Code, der im Grunde etwas Ähnliches beschreibt. Früher waren es oft die sogenannten WYSIWYG-Editoren, die als Low-Code- bzw. No-Code-Plattformen betitelt wurden. Mit Programmen wie Dreamweaver und NetObjects Fusion war jeder in der Lage, einfache Websites zusammenzubauen, weil dafür kein Code (No-Code) oder eben nur sehr wenig Code (Low-Code) notwendig war. Alles erklärte sich von selbst und die Technik setzte sich im Hintergrund eigenständig zusammen.

Heute hingegen sind es nicht mehr Dreamweaver und Co, sondern WordPress, AppSheet von Google oder Power Apps von Microsoft mit denen Low-Code bzw. No-Code Apps oder Websites erzeugt werden können. Mit minimalem Aufwand und Hintergrundwissen ist es mit Low-Code also möglich, Anwendungen zu erstellen, die auf eine große Funktionsvielfalt zurückgreifen können.

Was bringen Low-Code-Plattformen?

Im Grunde erklärt sich das bereits von selbst. Wo wenig Code und somit Fachwissen erforderlich ist, bedarf es eher Kreativität als Fähigkeit. Mit dem CMS WordPress beispielsweise ist es nahezu jedem da draußen möglich, eine Website aufzusetzen. Dank der vielen Plugins, kann aus der Homepage oder dem rudimentären Blog zudem schnell ein Online-Shop oder eine große Community entstehen.

All das ist möglich, weil WordPress eine Low-Code-Plattform ist. Wer möchte, kann durch eigenen Code Funktionen ergänzen. Wer das nicht kann oder will, findet jedoch genug vorgefertigte Snippets und Plugins. Genau das bedeutet Low-Code. Wobei WordPress als Beispiel gerne vergessen wird, weil es ein klassisches CMS ist und daher oft gar nicht mit Low-Code in Verbindung gebracht wird.

Low-Code- oder No-Code-Plattformen gewähren uns also die Möglichkeit, dass Anwender ohne irgendwelche Vorkenntnisse etwas erschaffen können, für das normalerweise Fachwissen erforderlich wäre. Für Apps braucht es beispielsweise Kenntnisse in SWIFT, für Websites HTML, PHP oder Javascript und so weiter. Dank Low-Code und No-Code kann hier aber nur Minimalwissen oder gar kein Vorwissen vorhanden sein.

Low Code

Was bringt Low-Code im eigenen Unternehmen?

Low-Code im eigenen Unternehmen spielt aus vielen Gründen eine tragende Rolle. Fangen wir gleich mit dem Elefanten im Raum an. Programmierer oder Fachleute sind extrem teuer und desto besser sie sind, desto schwieriger ist es sie überhaupt in das eigene Unternehmen zu bekommen. Selbst Google, Apple und Microsoft kämpfen um jeden fähigen Mitarbeiter. Es hat Gründe, warum derartige Unternehmen besonders viele Annehmlichkeiten für ihre Angestellten bieten. Wer wirklich gut ist, kann sich schließlich aussuchen, wo und wie er arbeitet.

Auf der anderen Seite ist Low-Code entsprechend pflegeleicht. Bleiben wir beim Beispiel der Website oder App. Beides als Low-Code oder No-Code zu realisieren, macht Sinn, weil somit auch jeder im Unternehmen, der sich ein wenig damit beschäftigt, inhaltliche Updates integrieren kann. Wäre dafür immer ein Programmierer erforderlich, wäre das System nicht flexibel genug. Low-Code ist daher fast schon notwendig, damit Kreative keine Umwege über Code gehen müssen und umgekehrt. Eine Low-Code-Plattform kann nahezu jeder pflegen.

Die Bereicherung für das eigene Unternehmen liegt also darin, dass Low-Code und No-Code keine Fachkräfte im eigentlichen Sinn erfordert. Niemand extra geschult oder ausgebildet werden muss. Auch im Krankheitsfall Updates und Arbeiten stattfinden können. Low-Code bedeutet Unabhängigkeit durch Einfachheit.

Welche Gefahren haben Low-Code-Plattformen?

Wer sich noch an Dreamweaver und NetObjects Fusion erinnert, der weiß auch, dass die Websites, die mit diesen Programmen entstanden, zwar schick aussahen, aber programmiertechnisch eine Katastrophe waren. Weil alles aus Bausteinen bestand, war der Code oft unsauber und wirkte an vielen Stellen wie zusammengeklebt. Die größte Gefahr von Low-Code-Plattformen ist also, dass Code entsteht, der unsauber, unsicher, langsam oder unverständlich wird.

Allerdings ist das bei modernen Plattformen nicht mehr so schlimm wie früher und es handelt es sich häufig eher um Schönheitsfehler, als um tatsächliche Probleme. Deshalb ist es stets von Bedeutung, dass ein grundlegendes Verständnis für die Technik herrscht. Niemand muss direkt PHP lernen, um WordPress zu bedienen, doch er sollte Grundlegendes darüber wissen. Zum Beispiel wie Plugins und Themes aufgebaut sind oder, dass jedes Plugin immer auch Code-Fragmente in den Quelltext integriert.

Die Gefahr bei Low-Code-Plattformen ist somit, die Technik gänzlich aus dem Auge zu verlieren oder zu denken, dass es keine Profis mehr braucht. Dem ist aber nicht so. Low-Code bedeutet, dass jeder damit zurechtkommt, aber nicht, dass es nicht mindestens eine Person im Unternehmen geben sollte, die das alles im Blick behält und überprüft. Low-Code macht vieles einfacher, praktischer und schneller. Das sind die Vorteile. Die Gefahr ist und bleibt, dass Unternehmer*innen das alles etwas zu locker betrachten und sich niemand im Unternehmen mehr mit den technischen Hintergründen auskennt.

by A-DIGITAL one

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