Wir alle lieben WordPress, so viel ist sicher. Das Content Management System, welches heute mehr oder weniger als Standard gilt, war einst nur als CMS für Blogs gedacht. Schnell bildete sich allerdings eine Community, schnell wurden WordPress-Seiten mehr als nur Blogs. Das, was heute so fantastisch für uns alle ist, scheint bei WordPress aber gleichzeitig das Problem zu sein.

Denn so mächtig das CMS wurde, desto überladener erschien es. Praktisch jeder konnte Plugins und Themes entwickeln, die Qualität spielte oft eine eher untergeordnete Rolle. Außerdem kamen immer mehr große Projekte hinzu, ganze Page Builder, erweiterte Datenbanken, Shop-Systeme und vieles mehr. Aus dem einst so simplen CMS für Blogs, wurde also ein gigantisches CMS mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten.

Natürlich litt die Performance unter diesem Eifer. Heute sind wir mit WordPress an einem Punkt angekommen, wo es ohne entsprechende Optimierungen nicht mehr geht. Was ihr tun könnt, um eure WordPress Website wieder flottzumachen, verrät unser Artikel.

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1. Software aktuell halten

Das Wichtigste zu Beginn. Haltet eure Software immer aktuell. Das fängt bei dem Server an, der mit neuen PHP-Versionen etc. oft auch einen Performance-Schub erhält. Es geht aber auch um WordPress selbst, welches durch Updates sicherer, effizienter und moderner wird.

Software aktuell zu halten, wird meist unterschätzt, vor allem aus der Angst vor Veränderungen oder Problemen, die durch ein Update auftreten können. Dabei spielen sie in Sachen Performance aber eine große Rolle, da es mit jedem Update häufig auch Anpassungen oder Optimierungen gibt, die manchmal sehr viel bewirken können. Haltet eure Systeme also immer auf dem neusten Stand, um keine Nachteile zu erhalten. So habt Ihr eine solide Grundlage.

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2. Caching Plugin installieren

Die zweite Grundlage ist sicherlich das Thema Caching. Landet ein WordPress Blog nicht im Cache, bedeutet dies, dass bei jedem Seitenaufruf die Seite erst gebaut werden muss. Ruft ein Nutzer euren Blog auf, wird das Design also aus den einzelnen Theme-Dateien zusammengesetzt, Plugins fügen Funktionen und Dynamiken hinzu, die Inhalte werden aus der Datenbank abgefragt. Viele kleine Einzelschritte also, die sehr aufwendig sind und das System entsprechend stark belasten. Wie sich jeder denken kann, ist dies alles andere als gut für die Performance.

Caching ändert diesen Prozess. Beim ersten Aufruf wird das Ergebnis nämlich einmalig als fertige HTML-Seite auf dem Server gespeichert. Statt dann Theme-Dateien zu lesen, Datenbankinhalte zu laden und Funktionen zu aktivieren, wird das fertige Ergebnis ausgespielt, muss beim erneuten Aufruf also nicht noch einmal zusammengebaut werden.

Sehr simpel und effizient geht das mit dem Cache Enabler vom Anbieter KeyCDN. Der verzichtet auf komplizierte Einstellungen oder Routinen und funktioniert somit recht einfach und vor allem problemlos. Außerdem kommt er mit vielen Plugins und Themes zurecht, andere Caching Plugins machen hier gerne mal Probleme.

3. Performante WordPress Themes

WordPress Themes sind auch so eine Sache. Nur ganz wenige Entwickler wissen was sie tun. Die meisten stopfen ihre Themes mit allerlei Features voll, weil diese entweder beeindruckend wirken, oder schlichtweg als Verkaufsargument (Unique Selling Point) funktionieren sollen. Dumm nur, dass solche vollgestopften Themes die Performance meist massiv nach unten drücken.

Schlechte Programmierung, zu viel Ballast in Form von Funktionen, wenig optimierter Code … innerhalb von WordPress kann vieles die Performance eurer Website ruinieren. Die Auswahl sauberer Themes ist daher besonders wichtig. Lieber minimal halten und auf wenige Funktionen beschränken, die euch persönlich wichtig sind, als ein Theme zu kaufen, welches irgendwie alles kann, dafür aber auch sehr verschachtelt und groß ausfällt. Fallt bitte nicht auf die Feature-Versprechen einiger Entwickler rein, denn viel ist in diesem Fall nicht unbedingt besser.

Eine Empfehlung unsererseits: Achtet auf minimal und performant gehaltene Themes. Wer keine zusätzlichen Optionen benötigt und sich etwas besser auskennt, sollte sich eher ein schmaleres Theme aussuchen. Im Netz gibt es viele gute und kostenlose WordPress Themes, die auch auf Performance optimiert sind und dementsprechend nützlich sein können.

Allgemein gilt: Nicht von Funktionen oder Features blenden lassen. Im Idealfall ist ein WordPress Theme eher simpel aufgebaut und konzentriert sich auf einzelne Funktionen. Themes hingegen, die alles können, sollten mit großer Vorsicht genossen werden. Besondere Funktionen werden innerhalb von WordPress idealerweise mit einem sauberen und pflegbaren Plugin integriert, sind also nicht direkt innerhalb des Themes zu finden. Plugins sind auch gleich ein gutes Stichwort für den nächsten Tipp.

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4. Weniger Plugins aktivieren

Plugins sind innerhalb von WordPress schnell hinzugefügt, ebenso schnell wird auch die Liste endlos lang. Eine Faustregel, die ihr dabei im Kopf haben solltet: Jedes zusätzliche Plugin verringert die allgemeine Performance von WordPress. Wer das bedenkt und sich vor jeder Installation einer Erweiterung fragt, ob er diese auch wirklich benötigt, macht vermutlich alles richtig.

Allgemein solltet ihr auch darauf achten, möglichst wenige Plugins gleichzeitig aktiv zu haben. Ein schönes Beispiel ist auf vielen Blogs der sogenannte Broken Link Checker. Dieses Plugin überprüft Links innerhalb von Beiträgen und zeigt an, ob bestimmte Links nicht mehr erreichbar sind. Das ist wichtig in Sachen SEO. Problem an der Sache ist nur, dass diese Erweiterung durch ihre Prüfung auch jede Menge Ressourcen fressen kann und somit gerne mal kleinere Webhosts lahmlegt. Die Performance, die hier verschwendet wird, ist demnach nicht mehr für echte Besucher verfügbar. Also gilt es solche Plugins nur phasenweise, einmal im Jahr oder alle paar Monate zu aktivieren. Das reicht vollkommen aus, um nicht erreichbare Links zu prüfen und entsprechend zu fixen.

Auch solltet ihr stets bedenken: Die Performance einer Website zeigt sich nicht im Alltag, wenn mal 100 Nutzer zur gleichen Zeit vorbeischauen, sondern zu Lastspitzen am Abend, wo dann auch mal 1.000 oder mehr gleichzeitig auf eure Website zugreifen wollen. Erst dann offenbart sich, ob der eigene WordPress Blog gut genug optimiert wurde oder unter der Last der gleichzeitigen Seitenaufrufe zusammenbricht.

5. MySQL-Datenbank aufräumen

Wer seinen WordPress Blog schon ein wenig länger pflegt, der hat über die Jahre sicherlich so einiges an Ballast angesammelt. WordPress erinnert da, zumindest was das angeht, ein bisschen an das Betriebssystem Windows. Ihr könnt vieles beachten, doch der Müll ist trotzdem da und verlangsamt das System immer mehr, es sei denn ihr sorgt dafür, dass dieser sauber entfernt wird.

So etwas erledigt bei WordPress zum Beispiel WP-Sweep. Das Plugin ist ein cleverer Datenbank Cleaner, der verwaiste und unnötige Einträge entfernt. Ein Backup, bevor ihr die Reinigung ausführt, ist hier natürlich Pflicht. Dies gilt aber immer, wenn ihr an der MySQL-Datenbank arbeitet.

Und wie wir bereits gelernt haben, sind weniger Plugins mehr, also wird auch WP-Sweep nur dann installiert oder aktiviert, wenn es gebraucht wird. In der Regel reicht es, solche Aktionen einmal im Jahr durchzuführen.

6. Bildoptimierung beim Upload

Besonders wichtig, wenn es um die WordPress Performance geht, ist es, die Bilder innerhalb von Beiträgen zu optimieren. Das könnt ihr zwar auch händisch erledigen, zum Beispiel mit ImageOptim, einfacher geht es aber mit Optimus, welches direkt beim Upload für eine entsprechende Optimierung sorgt.

Optimus ist dabei tatsächlich eine klare Empfehlung, denn auch wenn es inzwischen viele verschiedene Plugins gibt, die eine Optimierung von Bildern vornehmen, so arbeitet Optimus doch auffallend sauber, erstellt auf Wunsch sogar das neue WebP-Image Format, die dann, in Kombination mit dem Cache Enabler (den wir euch weiter oben vorgestellt haben), entsprechend ausgeliefert werden können. Uns gefällt dieses Konzept.

Außerdem stammt das Plugin nicht von irgendeinem unbekannten Entwickler, sondern auch von KeyCDN, die ein Content Delivery Network betreiben und entsprechend versiert sind, wenn es um effektive Performance-Optimierung geht. Die Entwicklung ist also gesichert und wird nicht irgendwann einfach eingestellt, wie es bei vielen anderen WordPress Plugins leider der Fall ist.

7. CSS, JS und HTML minimieren

Ebenfalls hilfreich kann es sein, CSS-Dateien, Javascript und HTML zu minimieren. Da durch Plugins und Themes oft verschiedene CSS-Dateien geladen werden müssen, lohnt es sich, diese mittels Autoptimize zu einer einzigen zusammenzufassen. Außerdem kann das Plugin auch Script-Dateien in den Footer schieben, wohingegen wichtige CSS-Befehle sofort im Head geladen werden können. Auch das bringt unter Umständen einen großen Performance-Schub.

Zwar kann das neue HTTP/2 dafür sorgen, dass solche Kombinationen nicht mehr zwangsläufig notwendig sind, aber je nach Blog und Anzahl, kann Autoptimize dennoch für eine spürbare Verbesserung der Performance sorgen. Vor allem, wenn die einzelnen Dateien bislang noch nicht optimiert, minimiert oder entsprechend klug ausgeliefert wurden, fällt der Unterschied sofort auf.

8. WordPress Hoster verwenden

Einen speziellen WordPress Hoster zu verwenden, empfiehlt sich nicht nur für diejenigen, die sich beim Thema Hosting nicht auskennen, sondern auch für die, die sich schlichtweg nicht um jede Optimierung selbst kümmern wollen. Über die Jahre hinweg hat sich nämlich herausgestellt, dass WordPress einige recht besondere Anforderungen hat, die, wenn sie bestmöglich erfüllt werden, für ein stabileres und schnelles CMS sorgen. WordPress Hoster haben das erkannt und liefern Server, auf denen ausschließlich WordPress läuft und alle Einstellungen allein für das CMS optimiert wurden.

Solche Hoster sind in der Regel teurer, oft aber auch schlichtweg besser geeignet. Außerdem ersparen sie eine Menge Kopfschmerzen, weil sie all die Optimierungs- und Verwaltungsaufgaben für euch übernehmen. Ein deutscher Anbieter wäre in diesem Bereich Raidboxes, von US-Anbietern ist aufgrund der aktuellen DSGVO Richtlinien und nicht deutschen Servern, entsprechend abzuraten.

Abraten würden wir auch von WordPress-Paketen, die von gewöhnlichen Hostern angeboten werden. Hier handelt es sich oft nur um eine automatische Installation des CMS, nicht um einen speziell angepassten Server. WordPress Hoster, die die Sache ernst nehmen, bieten in der Regel ausschließlich WordPress Hostings an und verzichten auf andere Dienstleistungen. Hier ist alles auf das CMS optimiert und nicht einfach auf Webhosting oder Cloud Hosting.

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Schnelle Websites sind enorm wichtig

In Zeiten des mobilen Internets, welches auch mal gedrosselt wird, sind schnelle, leichte Websites enorm wichtig geworden. Nutzer möchten nicht lange warten, sie möchten Ergebnisse sofort sehen. Gleiches gilt für Google, denn auch die Suchmaschine lässt die allgemeine Performance mit in das Ranking einfließen.

Performance ist also wichtiger als jemals zuvor, sie zu erreichen hingegen, ist für viele zu kompliziert und erscheint oft fast unmöglich. Mit den Tipps und Tricks von oben, sorgt ihr dafür, dass euer WordPress Blog schneller wird und ihr alles im Griff habt. Wir wünschen viel Erfolg bei der Optimierung.

by A-DIGITAL one

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