Wir haben ein Problem mit Zahlen. Moment, versteht uns bitte nicht falsch, nicht mit Zahlen an sich, doch mit Statistiken und Analysen. Okay, so ganz korrekt ist das auch wieder nicht, aber es trifft zumindest teilweise den Kern der Sache. Jetzt schon völlig verwirrt? Vielleicht sollten wir euch das alles noch ein wenig genauer erklären. Ist im Grunde auch ein sehr komplexes Thema.

In diesem Artikel geht es darum, warum Zahlen zwar wichtig sind, aber längst nicht mehr so wichtig wie vor einigen Jahren. Inzwischen geht es vielmehr um echte Besucher*innen, als um die unechten Zahlen, die schlussendlich gar nicht so viel über die eigene Website aussagen.

Das Problem ist, dass Zahlen einfach sind. Auf den ersten Blick jedenfalls. Denn natürlich müssen Zahlen und Statistiken auch korrekt verstanden und interpretiert werden. Fünf Gründe, warum ihr beim nächsten Mal nicht mehr auf sie achten solltet, haben wir hier für euch.

Schaut nicht immer nur auf Zahlen! 5 Gründe, die gegen Statistiken sprechen 1

1. Malen nach Zahlen

Ein großes Problem, was bei vielen entsteht, wenn sie sich zu sehr mit Zahlen, Statistiken und Analysen beschäftigen, ist, dass sie blind für alles andere werden. Plötzlich gibt es da nur noch diese harten Fakten, alles wird an sie angepasst und korrigiert. Doch genau das ist immer die eine große Gefahr.

Das beste Beispiel für so ein Malen nach Zahlen, ohne nachzudenken, ob die Zahlen überhaupt korrekt sind, ist Google PageSpeed. Die 100 Punkte sehen im Test nämlich toll aus, doch einige Optimierungen, die vom Tool vorgeschlagen werden, ergeben im Einzelfall oft gar keinen Sinn oder werden ganz bewusst anders gelöst. Wer aber nur die 100 Punkte sieht und nicht die tatsächliche Performance in seinem Projekt, der wird blind für das Wesentliche.

Es geht am Ende immer um mehr als nur um Punktzahlen, Views und Klicks. Das mag oft nicht so erscheinen, weil diese harten Werte eine Art Währung sind, doch ganz so einfach ist es eben nicht. Werdet nicht blind für die echte Welt, nur weil ihr ständig irgendwelche Zahlen vorgesetzt bekommt. Seht immer auch das große Ganze.

2. Statistiken müssen gedeutet werden

Dass Statistiken gedeutet werden müssen, versteht vermutlich jeder. Das wiederum heißt aber nicht, dass jeder sie korrekt deuten kann. Je komplizierter und umfangreicher die Metriken ausfallen, desto komplexer wird es oft, diese exakt zu deuten und entsprechend auszuwerten.

So gibt es immer wieder mal Lastspitzen oder Besucheranstürme, die nicht einfach hingenommen, sondern tiefer analysiert werden müssen. Auch komplexe A/B Tests sind nicht automatisch so offensichtlich, wie es auf den ersten Blick häufig scheint.

Statistiken zu deuten ist komplizierter als viele denken. Oft blicken sie auf die harten Zahlen, hinterfragen diese aber nicht und ordnen sie auch nicht ein, geschweige denn, dass sie die Zahlen noch genauer analysieren und untersuchen. Genau das ist aber notwendig, denn sonst sagen Statistiken rein gar nichts aus und sind demnach auch ziemlich wenig wert.

3. AdBlock und seine Folgen

Es kommt immer auf die Website an, doch wir haben schon AdBlock-Raten von ca. 80 Prozent gesehen. Was bedeutet das? Zunächst natürlich nur, dass diese Besucher*innen keine Werbung mehr sehen. Es bedeutet aber noch viel mehr, denn diese Besucher blockieren nicht nur die Werbung.

In der Regel blockieren AdBlocker auch Analyse- und Statistik-Tools. Demnach stellt sich die Frage, wie genau die eigenen Zahlen und Fakten überhaupt noch sind. Wie viele Benutzer*innen fallen aus der Statistik heraus, weil sie AdBlock verwenden und wie wichtig sind diese im Vergleich zu den anderen.

AdBlock verzerrt sämtliche Statistiken und Klickraten, weil sie nicht mehr ganz genau gemessen werden können. Je nach AdBlock-Rate auf der eigenen Website fällt das mal mehr und mal weniger ins Gewicht, darf aber nie komplett ignoriert werden. Die Statistiken sind nicht mehr so viel wert, weil sie nicht alle Besucher*innen abbilden, sondern nur einen Teil. Das macht diejenigen, die nicht gemessen werden, aber nicht weniger wichtig für den Erfolg.

4. 100 ist größer als 1.000

Wo wir gerade bei AdBlock sind, können wir auch gleich noch ein anderes Thema anschneiden. Es ist nämlich nicht gesagt, dass die reine Zahl überhaupt einen Mehrwert bringt. Oder um es anders zu sagen: 100 Besucher*innen sind unter Umständen größer als 1.000.

Wie das gemeint ist? Es kann sein, dass 1.000 Besucher*innen vorbeischauen, die aber allesamt keinen Mehrwert liefern. Und dann gibt es die 100, die das Angebot aktiv nutzen, ein Abo abschließen, Spenden hinterlassen, fleißig kommentieren, Banner klicken oder sonst irgendwie aktiv werden.

Die reine Masse ist als Statistik also nicht unbedingt wertvoll. Es könnten genau diejenigen sein, die AdBlock nutzen, die für das Angebot am meisten Mehrwert bringen, weil sie vielleicht andersartig bezahlen oder die Website aktiv verlinken und verbreiten. Die Zahl sagt also per se nichts über den Wert der Besucher*innen aus.

5. Der Mensch im Mittelpunkt

Suchmaschinenoptimierung bleibt wichtig, hat sich über die letzten Jahre jedoch sehr stark verändert. Immer mehr rückt das in den Mittelpunkt, was den*die Leser*in ausmacht. Ein Angebot muss also vor allem gefallen, weil sich nur so Werte wie Verweildauer, Click Trough Rate etc. entsprechend steigern lassen.

Wer nun aber nur auf Zahlen und Statistiken blickt, vergisst oft und schnell, dass tatsächlich auch Menschen auf seiner Website vorbeischauen. Meist führt das Studieren der Statistiken nur dazu, dass ausschließlich nach Zahlen, Aufrufen und Klicks gearbeitet wird. So etwas hat uns in der Vergangenheit unter anderem den Clickbait beschert und überlebt hat dieser bekanntlich nicht, wie die meisten sicherlich wissen.

Es ist extrem wichtig, den Menschen nicht aus den Augen zu verlieren. Hinter jedem Klick ist eine Person. Jeder Inhalt ist nicht nur für Google da, sondern wird tatsächlich auch gelesen. Statistiken bringen euch weiter, aber der Mensch sollte stets im Mittelpunkt bleiben.

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Am Ende zählen nur die Stammleser*innen

Die fünf Punkte von oben sind typische Fehler, die jeder schnell begehen kann. Es liegt einfach in der Natur der Sache. Zahlen sind vermeintlich einfach zu deuten, höhere Zahlen hinterlassen oft ein befriedigendes Gefühl und so passiert es in dem Bruchteil einer Sekunde, dass es plötzlich um nichts anderes mehr geht.

Das ist auf einer Website übrigens genau so wie auf YouTube mit den Abonnenten oder auf Instagram mit den Followern. Dabei geht es um mehr als nur die nackten Zahlen, die vielleicht helfen, im Kern dann aber eben doch nicht die Welt bedeuten.

Am Ende dreht sich nun einmal nicht alles um Statistiken. Natürlich dürfen diese aber auch nicht komplett ignoriert werden. Es geht eher darum, nicht ausschließlich auf sie bauen. Vertraut hin und wieder auch mal eurem eigenen Gespür, erstellt etwas, was nur für die Leser*innen ist, nicht für Google und sorgt dafür, dass Stammleser*innen zufrieden bei euch sind.

Denn wenn es darauf ankommt oder Google euch nach einem Update abstraft, bleiben die echten Menschen übrig. Genau die solltet ihr dann nicht zu sehr vergessen oder gar enttäuscht haben. Denk mal darüber nach.

by A-DIGITAL one

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