Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde der Leistungsbericht bzw. der Bericht zur Nutzererfahrung, der innerhalb der Google Search Console zu finden war, mit den sogenannten Core Web Vitals ersetzt. Prompt fragten sich SEOs auf der ganzen Welt, was die Core Web Vitals eigentlich genau sind und wie und woraus sie sich zusammensetzten. Erst starteten daraufhin die Spekulationen, dann kam die Aufklärung seitens Google und mittlerweile ist klar, worum es sich dabei handelt und was das für die Zukunft von Websites bedeutet.

Wir haben dies zum Anlass genommen uns den neuen Rankingfaktor der Suchmaschine mal ein wenig genauer anzusehen. Im Artikel möchten wir euch erklären, was die bisherigen Signale für Google waren, wie die Core Web Vitals diese ersetzten, was es mit ihnen auf sich hat und wie die Zukunft in Sachen SEO aussehen könnte. Doch keine Sorge, wie immer gilt: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Was sind die derzeitigen Signale?

Die Core Web Vitals ersetzten in erster Linie sämtliche Angaben von Google bezüglich der Nutzererfahrung (Page Experience). Die gab es schon länger, sie werden nur immer genauer und sind nun in den Core Web Vitals gebündelt worden. Google verdeutlich damit, wie wichtig diese Metriken ihnen sind und wie ernst die Suchmaschine das Thema Nutzererfahrung nimmt.

Bekannte Signale waren bislang unter anderem die Anpassung für Mobilgeräte, Sicherheit in Bezug auf Malware, die korrekte Verschlüsselung via SSL/HTTPS, sowie blockierende Werbung oder störende Layer. All das sind Dinge, die Google bereits berücksichtigt hat. Signale, die zeigen, wie nutzerfreundlich eine Website tatsächlich ist.

Diese Signale zur Nutzererfahrung haben sich bislang nur sehr zurückhaltend auf das Ranking einer Website ausgewirkt. Content ist King gilt immer noch, doch wenn zwei Konkurrenten nahezu gleich guten Content liefern, fängt Google inzwischen an, noch genauer hinzusehen. In solch einem Fall kommt es dann auch auf die Nutzererfahrung an, welche die Suchmaschine nun immer mehr zu bewerten versucht.

Mit Einführung der Core Web Vitals werden derartige Werte in Zukunft nicht unwichtiger werden. Im Gegenteil sogar, sie spielen eine immer größer werdende Rolle. Auch deshalb, weil Google derartige Metriken nun viel genauer festhalten und messen kann. Wie angenehm eine Website für Nutzer ist, wird also in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, zumindest was Google angeht.

Core Web Vitals: Googles neuer Rankingfaktor und was er bedeutet 1

Was genau sind die Core Web Vitals?

Nun stellt sich natürlich die Frage, was die Core Web Vitals eigentlich sind. Zunächst einmal, wie angedeutet, nichts wirklich Neues. Das, was bisher wichtig war, ist immer noch wichtig. Google sortiert es jetzt aber in unterschiedliche Bereiche und wird in Zukunft sicherlich auch noch weitere Signale hinzufügen.

Statt all diese Signale zu nennen, wird Google sie in Zukunft wohl bündeln und sich auf wichtige Kernfaktoren konzentrieren. Das sind aktuell drei große Bereiche, die da wären: Das Laden einer Website, die Reaktion und Interaktivität einer Website, sowie die Stabilität der Darstellung und des Layouts einer Website. Genau das sind die derzeitigen Core Web Vitals.

Klang euch das jetzt etwas zu kryptisch? Dann habt ihr Glück, denn nun werden wir uns noch einmal alle drei Punkte en dé­tail anschauen und beleuchten, was es damit auf sich hat.

LCP (Largest Contentful Paint)

Der LCP bezieht sich auf das Laden einer Website. Den Wert gibt es nicht erst seit den Core Web Vitals, sondern er existiert schon seit Längerem in Google Pagespeed Insights. Demnach tätigt er eine Angabe bezüglich der Performance betreffend, genauer gesagt betrifft er das Rendern von Inhalten.

In den Core Web Vitals gibt der LCP an, wie lange es dauert bis der größte Teil der Inhalte einer Website gerendert werden konnte. Weniger ist hier selbstverständlich besser. Google selbst liefert dabei Ampelfarben, um die entsprechenden Werte im Vergleich darzustellen. Alles unter 2,5 Sekunden ist gut, alles über 4 Sekunden ein Problem. Was dazwischen liegt, sollte nach Möglichkeit noch einmal optimiert werden.

FID (First Input Delay)

Der First Input Delay bestimmt den Reaktionsgrad einer Website bei der ersten Interaktion des Nutzers. Es ist demnach eine Messung davon, wie lange es dauert bis der entsprechende User eine Nachricht von der Website im Browser erhält. Also wie viel Eingabeverzögerung besteht, wenn man so möchte.

Google misst diese Werte auf klassischen HTML-Elementen, nicht aber auf das Zoomen oder Scrollen. Also immer nur dann, wenn ein Link geklickt wird, eine Texteingabe erfolgt, Interaktionen mit Menüs bestehen oder Ähnliches. Hier sollte die Website schnell eine entsprechende Antwort liefern. Google gibt an, dass der First Input Delay unbedingt unter 100ms liegen muss, um ihren Vorstellungen zu entsprechen.

CLS (Cumulative Layout Shift)

Wo LCP und FID im Grunde schon bekannte Werte waren, da sie bereits bei Google und in Google Pagespeed auftauchten, ist der CLS ein ganz neuer Wert. CLS meint dabei die kumulative Layoutverschiebung. Der CLS misst im Grunde genommen also nichts anderes als die visuelle Stabilität von Websites.

Wer sich jetzt fragt, was eine kumulative Layoutverschiebung eigentlich sein soll, den klären wir gerne auf. Google meint damit Websites, die sich nach dem ersten Erscheinen noch einmal verschieben. Klassischerweise kennt man dieses Verhalten von Werbebannern, bei denen die Werbefläche nicht durch Platzhalter freigehalten wird. Die Website erscheint also, dann wird die Werbung nachgeladen, woraufhin sich die Website noch einmal verschiebt oder die Inhalte umsortiert werden müssen. Das sieht nicht nur schlecht aus, es trägt auch zu einer negativen Nutzererfahrung bei, vor allem wenn solche Blöcke im sofort sichtbaren Bereich auftauchen.

Was damit gemeint ist, zeigt die Grafik aus dem Tweet von John Muller (Google) weiter unten. Google gibt zudem an, dass der CLS unter 0,1 liegen sollte. Liegt der Wert über 0,25, stellt es ein Problem dar. Alles, was dazwischen liegt, kann und sollte noch einmal entsprechend optimiert werden.

Core Web Vitals: Googles neuer Rankingfaktor und was er bedeutet 2

Fazit zu den Core Web Vitals

Wie wir euch anhand der Erklärungen nun gezeigt haben, sind die Core Web Vitals nicht komplett neu und vor allem auch nicht so furchterregend, wie viele anfangs dachten. Google verändert sich eben mit der Zeit und daher ist es nur logisch, dass neue Werte und Metriken hinzukommen, die als Rankingfaktor eine Rolle spielen.

Google gibt allgemein an, dass immer 75 Prozent der vorhandenen Seiten Bestwerte erzielen sollten, damit die Website nicht allzu stark darunter leidet. Dabei ist ganz klar zu sagen, dass eben nicht jede Seite Werte im grünen Bereich aufweisen muss. Bei komplexen Websites oder bestimmten Unterseiten ist dies zum Teil einfach nicht möglich und das ist auch vollkommen okay so. Lasst euch also nicht verrückt machen, denn einen vermeintlichen Idealwert gibt es nicht. Es ist vielmehr wie bei Google Pagespeed Insights: Die 100 Punkte sind nicht das Ziel, sie sind die Anleitung für mögliche Optimierungen.

Wer die Core Web Vitals schon einmal testen möchte, findet sie in der Search Console, wo sie in nächster Zeit sicherlich noch ergänzt werden. Eine Erweiterung für Google Chrome macht die Sache einfacher.

Bei all dem darf nicht vergessen werden, dass die Core Web Vitals nur ein Faktor von vielen sind. Inhalte sind bei Google immer noch wichtiger, die Core Web Vitals stellen eher eine Art Feinschliff dar. Auch ist jetzt schon bekannt, dass in Zukunft noch weitere Faktoren hinzukommen werden. Aktuell hat wohl vor allem der CLS-Wert direkte Auswirkungen, wie erste SEOs berichten und analysiert haben.

Darüber hinaus gilt das, was bei einem Google Update im Grunde immer gilt: Lasst euch nicht verrückt machen! Arbeitet an eurer Website und versucht dabei nach Googles Regeln zu spielen. Suchmaschinenoptimierung bedeutet mittlerweile eben nicht nur stumpf irgendwelche Werte zu erfüllen, sondern auch Nutzer zufriedenzustellen. Die Core Web Vitals werden euch, genau wie Google, dabei helfen, Nutzererfahrungen messbar zu machen. Nicht mehr, nicht weniger.

by A-DIGITAL one

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